Das Forschungszentrum des Bundesamtes hat im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz eine Studie erstellt, um die Zahl der Ende 2015 in Deutschland lebenden Muslime zu ermitteln. Die Hochrechnung erfolgte auf der Basis verschiedener Datenquellen.
Nach dieser Hochrechnung lebten Ende 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland. Bei einer Gesamtbevölkerung von 82,2 Millionen sind zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige. In einer Gruppe von 100 Menschen wären das 5 bis 6 Personen.
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass das muslimische Leben in Deutschland aufgrund der Zuwanderung in den letzten Jahren vielfältiger geworden ist. Muslimische Neuzugewanderte sind vor allem aus bislang in Deutschland wenig vertretenen Herkunftsregionen gekommen, so etwa dem Nahen Osten und Süd-/Südostasien. Die Anzahl der Muslime mit türkischen Wurzeln, die seit vielen Jahren die größte Herkunftsgruppe unter den muslimischen Glaubensangehörigen bilden, ist in absoluten Zahlen hingegen weitgehend stabil geblieben. Der Anteil der Muslime mit türkischen Wurzeln ist hierdurch von 68 Prozent im Jahr 2008 auf 51 Prozent im Dezember 2015 gesunken. Muslime aus dem Nahen Osten haben sich mit einem Anteil von 17 Prozent zur zweitgrößten Herkunftsgruppe entwickelt.
In diesem Zusammenhang ist eine Studie des britischen Meinungsforschungsinstituts Ipsos Moridie sehr interessant. Diese zeigt, dass die Bevölkerung in vielen Ländern den muslimischen Bevölkerungsanteil viel höher schätzt.